Ich lebe nun seit vielen Jahren in Italien und habe gelernt, dass die Italiener zur Pizza Bier trinken. Warum eigentlich? Warum trinken sie nicht ihren leckeren Wein dazu?

Alles fand seinen Ursprung in den 50er Jahren, als in den einfachen Pizzerien Bier zur Pizza serviert wurde. Die Weinlobby hat wohl geschlafen und nichts dagegen gesetzt und der Verbraucher hat sich dann daran gewöhnt und die meisten Italiener sind bis heute der Meinung, dass Bier besser zu Pizza passt als Wein .

Analysiert man die Pizza genau, muss man zugeben, dass die Basis der Pizza meistens die Tomatensauce ist, diese enthält viel Säure, also kann es schwierig werden mit tanninhaltigen Weinen, die die Säurewahrnehmung noch verstärken. Die Definition des idealen Weins hängt dann zusätzlich vom Belag mit seinen Zutaten ab, des weiteren ist durch den Käse die Pizza fettig und auch das kann schwierig werden für viele Weine.

Was also? Man könnte sich jetzt ganz präzise durch die Materie arbeiten und lange analysieren, das möchte ich jedoch nicht, denn es gab eine Initiative des“Consorzio di tutela del Bardolino”, die ich auch wirklich gut finde: nämlich als gelungene Union die Kombination von Qualitätspizza und Chiaretto zu empfehlen (rosé also!).

Der Chiaretto ist die Rosé-Version des Bardolino-Rotweins und wird aus den gleichen Trauben gewonnen (Corvina veronese, Corvinone, Rondinella, Molinara); er präsentiert sich zartrosa, riecht blumig, nach roten Beeren (Himbeer, Erdbeer, Kirschen), Zitrusfrüchten (Zeder, Mandarine, Kumquat), ist trocken im Geschmack und fruchtig und harmonisch.

Der Chiaretto ist ein Allrounder, der gut zu den verschiedensten Pizzen kombiniert werden kann: von Pizza Margherita (Tomaten und Mozzarella) bis hin zu aufwendigeren Versionen, wie z.B. Calzone (Ziegenricotta, Fior di latte, napoleotanische Endivien, Anchovis) oder die winterliche Pizza (geräucherter Provola-Büffel-Käse, Kürbis, Speck, extravergine Öliveröl) … der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

In Mailand gibt es die Qual der Wahl… auf zum Tasting!